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Richtfest mit symbolischem Hammerschlag gefeiert

Symbolischer Hammerschlag zum Richtfest
MFP News
30. April 2026

Dass die Papierfertigung in Düren eine lange Tradition hat, daran ließ NRW-Ministerpräsident keinen Zweifel. Schließlich sei die Urschrift des deutschen Grundgesetzes und der Vertrag über die Deutschen Einheit auf Büttenpapier aus Düren gedruckt worden, erklärte er in seiner Rede zum Richtfest der Modellfabrik Papier. Mit dem symbolischen letzten Hammerschlag wurde heute in Düren ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Papierstadt gefeiert. Damit ist der Hochbau des neuen Forschungsgebäudes für die Modellfabrik Papier abgeschlossen, Ende des Jahres soll das Gebäude fertiggestellt werden.

„Die Modellfabrik Papier zeigt, wie erfolgreicher Strukturwandel in Nordrhein-Westfalen funktioniert“, sagte Wüst. Das bundesweit einzigartige Innovationszentrum, in dem Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam an einer klimaneutralen und wettbewerbsfähigen Industrie arbeiten, stärke die wirtschaftliche Basis der Region. Mit ihrer Forschung leiste sie einen zentralen Beitrag zur Sicherung tausender industrieller Arbeitsplätze.“ Auch Landeswirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte in ihrer Videobotschaft an die Festgäste die Bedeutung des Projekts, das als Ankerprojekt für den Strukturwandel im Rheinischen Revier zeige, wie die industrielle Transformation mit dem Ausstieg aus der Braunkohleförderung beispielhaft mit starken Partnerschaften vorangetrieben werden kann.

Unterschrift zum Richtfest auf erstem Forschungspapier.
Ministerpräsident Wüst unterschreibt ein Papier aus dem Labor, das ohne Wasser gelegt, nachverfestigt und bedruckt wurde.

Wissenschaftler aus sieben Forschungseinrichtungen kommen im Innovationsnetzwerk Modellfabrik Papier mit der Industrie zusammen, um neue technologische Lösungen zu finden, mit denen Papier künftig deutlich energieärmer hergestellt werden kann. Bis 2045 sollen disruptive, grundlegend neue Fertigungsmethoden eine 80%ige spezifische Energieeinsparung in der Papierfertigung ermöglichen. Rund 19 Millionen Papier wurden im vergangenen Jahr bundesweit produziert. Pro Tonne benötigen die Unternehmen rund 2.800 Kilowattstunden Energie. Das entspricht in etwa dem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch eines Vier-Personen-Haushaltes. Über 60 % der Energie wird allein für die Trocknung der Papierbahn gebraucht. Wie das anders gehen könnte, soll im neuen Forschungsgebäude erforscht, erprobt, skaliert und in die industrielle Anwendung überführt werden.

Seit 2020 konnte die gemeinnützige Forschungsorganisation gemeinsam mit der Dürener Wirtschaftsförderung WIN.DN GmbH und IQ.DN GmbH dafür Strukturwandel-Fördermittel für Planung und Neubau, Netzwerk, Forschungsinfrastruktur und Forschungsarbeiten vom Land und Bund sichern. Ein Großteil davon fließt in den Neubau. Mit rund 5.400 Quadratmetern Nutzfläche bietet es den Wissenschaftlern alle Möglichkeiten: „Neben Nass- und Trockenlabore für Dinge wie Faserchemie und Entwässerungsanalytik, bekommen wir hier ein großes Technikum mit viel Platz für Teststände und Pilotanlagen – und dem besonderen Vorteil, dass es sich technisch an künftige Forschungsfragen anpassen kann, die wir heute noch nicht kennen“, erklärt MPF-Geschäftsführer Peter Bekaert.

Diese Flexibilität spiegele sich in den Forschungsaktivitäten wieder. „Mit dem Erhalt der Fördergelder für unser Grundlagenforschungsvorhaben FOMOP Mitte 2023 sind wir direkt in die Umsetzung unserer über 100 Arbeitspakete gestartet“, berichtet Bekaert. Während des Neubaus arbeiten die wissenschaftlichen Teams an zwei Interimsstandorten in Jülich und Düren sowie an den Standorten der sieben beteiligten Forschungspartner. Geforscht wird an Lösungen entlang der verschiedenen Prozessstufen in der industriellen Papierfertigung – von der Faserchemie und der Veränderung der Wasseraufnahmefähigkeit von Fasern bis zum Einsatz von Hochtemperatur-Wärmepumpen in der Trockenpartie von Papiermaschinen.

Ministerpräsident Wüst und Staatssekretär Hauer schlagen den symbolischen letzten Nagel in den Balken ein.
Ministerpräsident Wüst und Staatssekretär Hauer schlagen den symbolischen letzten Nagel in den Balken ein.

Über den wohl disruptivsten Forschungsansatz, Papier ganz ohne Wasser herzustellen, informierte sich Staatssekretär Matthias Hauer im Bundesforschungsministerium im Gespräch mit den Forschungsgruppenleitern am Rande des Festakts. Er betonte, dass die Modellfabrik ein wichtiges Zukunftsprojekt mit Beispielcharakter sei. Mit mehr als 10 Millionen Euro fördert das Bundesforschungsministerium das Forschungsvorhaben. In den Aufbau der Forschungsinfrastruktur in Laboren und Technikum fließen weiter knapp 10 Millionen Euro aus Landesmitteln.

Dürens Bürgermeister Frank Peter Ullrich sprach von einem starken Motor für die Stadtentwicklung. WIN.DN‑Geschäftsführer Winfried Kranz‑Pitre hob hervor, dass aus einer Vision nun Realität werde. Vor rund 120 Gästen fand der symbolische Hammerschlag statt. Neben den Vertretern aus Politik und Verwaltung von Bund, Land und der Stadt Düren nahmen auch Vertreter des Gesellschafterausschusses und des Wissenschaftlichen Beirats daran teil. Mit einem traditionellen Segenspruch vom Dach des Technikums endete der Festakt.

„Im Beisein der Vertreter der Bundes- und Landespolitik, der beteiligten Handwerkerinnen und Handwerker, der Projektpartner sowie des gesamten Planungsteams diesen Baufortschritt zu feiern, würdigt die Leistung aller Beteiligten. Heute feiern wir einen Meilenstein, der das Innovationsquartier zu einem zentralen Standort für nachhaltige Forschung und Entwicklung macht“, sagte Winfried Kranz-Pitre, Geschäftsführer der WIN.DN.

(c) WIN.DN / JD-Photoart

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